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L22002 Landesbedienstete KärntenNorm
BDG 1977 §55 Abs2;Beachte
Miterledigung (miterledigt bzw zur gemeinsamen Entscheidung verbunden):93/09/0077Rechtssatz
Das Vorliegen eines disziplinären Überhanges befreit die Behörde nicht von ihrer Verpflichtung, § 100 Abs 3 Krnt DienstrechtsG bei der Strafbemessung zu berücksichtigen, wenn (wie im Beschwerdefall) die Anwendungsvoraussetzungen dieser Norm (kein Absehen von der Verfolgung, identer Sachverhalt) gegeben sind. Auch wenn nach stRsp (zu den identen Bestimmungen des § 55 Abs 2 BDG 1977 bzw § 95 Abs 3 BDG 1979, die mit § 100 Abs 3 Krnt DienstrechtsG wörtlich übereinstimmen) § 100 Abs 3 Krnt DienstrechtsG nicht isoliert, sondern nur im Zusammenhang mit den Bestimmungen betreffend die Strafbemessung (§ 98 Krnt DienstrechtsG) und die Abstandnahme von der Strafe (§ 117 Krnt DienstrechtsG) andererseits gesehen werden kann (Hinweis E 5.3.1980, 1969/79, VwSlg 10060 A/1980; E 1.12.1982, 82/09/0112, VwSlg 10910 A/1982 und E 5.6.1985, 83/09/0062), wäre die Behörde verpflichtet gewesen, auch die Frage zu prüfen, ob der Ausspruch einer disziplinären Geldstrafe erforderlich gewesen ist, um den Beamten von der Begehung weiterer Dienstpflichtverletzungen abzuhalten.
European Case Law Identifier (ECLI)
ECLI:AT:VWGH:1993:1992090318.X11Im RIS seit
11.07.2001Zuletzt aktualisiert am
31.10.2016